So. 20.03.2022 FELIX MEYER TRIO - Die im Dunkeln hört man doch / Theater Laboratorium

Seit über 10 Jahren erspielen sich Felix Meyer und project île mit ihrer bewegten europäischen Straßenmusik Geschichte irgendwo abseits der poppigen Plattenfirmen und der platten Popmusik eine immer wichtiger werdende Nische zwischen internationalem Chanson, Poesie und Systemkritik, Lagerfeuer, Lebenslust und Liebesballaden.
2021 werden sie mit ihren mittlerweile 5 Alben und den vielen neu entstandenen Liedern wieder auf den Bühnen des Landes unterwegs sein. Die Musik handelt von Gerechtigkeit und Gitarrensoli, von Melancholie und Mehrstimmigkeit, Reimen, Reibereien und Reisebildern. Es geht um den Untergang in Zeitlupe, den Schutz der Schwachen vor den Starken, Küsse unter Sternen, das Herzklopfen und den Tod, einen Tag oder ein ganzes Leben im Wald. Friedfertigkeit und Fantasie.
Dazu spielen die Musiker des project île mal Folk oder Chanson,  Musette oder Son und andere Stile. Sie schaffen es damit nach Belieben, die Inhalte ihres Sängers und Texters Felix Meyer zum Tanzen zu bringen oder doppelt und dreifach zu unterstreichen. Manchmal scheint die Band zu schweben oder die Zeit gänzlich anzuhalten. Die Zuschauer verlassen die Konzerte mit einem Lächeln im Gesicht und einer Melodie auf den Lippen.
Mit vielen Freunden, Kollegen und Weggefährten wie Dota Kehr, Hans-Eckardt Wenzel, Sarah Lesch, Konstantin Wecker, der Band Keimzeit, Max Prosa oder Maike Rosa Vogel ergeben sich immer wieder Projekte, Lieder und gemeinsame Aufritte. Gerne entwickelt der umtriebige Künstler Lieder und Themen in Zusammenarbeit.
Mit James Keelaghan aus Kanada stand Felix Meyer mehrere Tage auf der großen Theaterbühne des italienischen Gitarristen Beppe Gambetta in dessen Heimatstadt Genua. Mit Harald Haugaard und Christian Juncker aus Kopenhagen schrieb er für das Folk Baltica Festival das Stück „Leg dein Herz in meine Hand“, das in verschiedenen Sprachen erschien. Mit Konstantin Wecker sang Felix Meyer „Sage nein!“ vor Hunderttausenden Menschen auf der großen #unteilbar Demonstration in Berlin.
Eine arte Dokumentation über Felix Meyer, die Formation project île und ihre gemeinsamen Lieder ist 2016 in dem Gedichtband zum Album „Fasst Euch ein Herz“ in den Handel gekommen.

„Ich brauche nicht mehr Wahrheit als das Leben hergibt. Das kann schon überraschend genug sein.“ Die zweite Platte von Felix Meyer „Erste Liebe/Letzter Tanz“ ist voll von dieser Ehrlichkeit und mindestens genau so reich an Überraschungen. Zwei Alben später heißt es „Fasst Euch ein Herz“. Der Liedermacher appelliert an das Gefühl, und gleichzeitig fordert er von allen mehr Mut. Doch statt vordergründig zu agitieren, findet Felix Meyer für seine Gedanken poetische Bilder, die er mal melancholisch, mal aufrüttelnd ins Mikrofon singt. Ihn begleiten die Multiinstrumentalisten Erik Manouz und Johannes Bigge.
„Ich weiß nicht genau, was man mit Musik in die Welt hinausposaunen kann, aber wenn es vielleicht etwas gibt, was da draußen Menschen erreichen kann, dann ist es sowas wie Mitmenschlichkeit, Liebe oder Phantasie“.
Die lange Phase der Befindlichkeitslyrik bei deutschen Liedermachern hat Felix Meyer hinter sich gelassen. „Ich denke, dieses um sich selber drehen ist auf Dauer relativ langweilig, und es passiert da draußen so viel, was schieflauft. Musik muss nicht per se politisch sein, aber Musik kann doch aufrütteln, wachhalten und auf jeden Fall zu mehr Mitmenschlichkeit führen.“
Bilder wirken mehr als tausend Worte. Nicht von ungefähr wählt Felix Meyer für seine gesellschaftskritischen Texte statt nüchterner Worte poetische Bilder.
„Ich habe Fotographie studiert und mich lange mit Bildern beschäftigt und auch ganz ähnliche Themen in der Fotographie behandelt. Ein Journalist nannte unsere Musik mal ‚dokumentrische Popmusik‘ und ich finde das bringt es ganz schön auf den Punkt. Es soll nicht explizit sein, es soll Platz lassen, diese Bilder, die da kreiert werden, selber auszumalen, mit seinem eigenen Leben in Verbindung zu bringen, aber es soll in eine nachdenkliche, in eine über die Gesellschaft nachdenkende Richtung zielen.“
Sein aktuelles Album von 2019 trägt den Titel „Die im Dunkeln hört man doch“. Die Anspielung auf Bertold Brechts „Denn die einen sind im Dunkeln Und die anderen sind im Licht. Und man sieht nur die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht.“ ist offensichtich. Felix Meyer gibt ihnen ein Gesicht und das Wort für ihre Geschichte.

www.felixmeyer.eu

Datum / Uhrzeit / Tickets
So. 20.03.2022

⌚ 20 Uhr im Theater Laboratorium

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